Darf’s ein bisschen weniger sein? Von der Sehnsucht nach dem Wesentlichen

 

Schluss mit Lustig!?

Heute ist Aschermittwoch. Fastenzeit. Als ich noch ein Kind war, hieß das, dass wir am Veilchendienstag möglichst alle Süßigkeiten, die wir am Karnevalssonntag und am Rosenmontag geschnappt hatten, auf einmal auf(fr)essen mussten. Denn ab Aschermittwoch war Schluss mit Schlemmern! Schlimmes Bauchweh war nicht selten die Konsequenz dieser eigentümlichen Zeitrechnung. Und die Fastenzeit, diese sich endlos hinziehenden sechs Wochen bis Ostern, waren schlicht und ergreifend DOOF.

Mittlerweile mag ich die Fastenzeit. Weil sie eine gute Gelegenheit für eine Reinigung ist. Und zwar auf allen Ebenen.

Tabula Rasa

Ich werde diese Zeit diesmal meiner ganz persönlichen „Tabula Rasa“ widmen.

Zum ersten werde ich meine Schränke ausmisten und mich von allem „befreien“, was ohne Sinn und Zweck meinen physikalischen Raum verstopft. Kleidung, die ihre besten Zeiten hinter sich hat oder die ich die letzten zwei Jahre nicht getragen habe. Was noch tragbar ist, werde ich verschenken. Der Rest wird zum Putzlappen oder landet in der Tonne.

Dann: Tupperdosen. Ganz beliebtes Sammelthema in meinem Küchenschrank.

Und dann die vielen Bücher, in die ich eventuell irgendwann noch mal gucken werde. Ein anderer wartet vielleicht ganz dringend drauf. Also ab damit an die Büchersammelstelle.

Frei wie ein Vogel

Den Prozess des Ausmistens kenne ich schon ganz gut. Meistens macht man sowas, wenn man umzieht. Als ich damals nach Gomera umzog, war dieser Prozess ganz besonders intensiv. Denn ich habe mich von ca. 98,5% meines damaligen “Besitzes” getrennt.  Mit vier Kartons und einem Koffer ging ich in mein neues Leben. Der Prozess des Loslassens als solcher war nicht unbedingt lustig und schon gar nicht leicht. Aber je mehr ich an etwas “hing”, desto mehr stellte ich mir die Frage “Wer “besitzt” eigentlich wen!? Ich die Dinge oder die Dinge mich?”
Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mich nie zuvor und auch nie wieder danach so FREI gefühlt habe, wie damals, als ich materiell betrachtet kaum noch etwas „besaß“.
Diese Freiheit habe ich paradoxer Weise als unglaublich großen Reichtum empfunden.

Nun, die Umstände sind diesmal etwas anders und mein Ausmisten wird sich in dieser Form so bald nicht wiederholen lassen. Andernfalls würde ich mir nämlich sehr großen Ärger mit meinen beiden Töchtern und meinem Mann einhandeln… 😉

Aber ich werde diesmal nicht nur materiell wenigstens “ein bisschen”, sondern auch auf anderen Ebenen „Tabula Rasa“ machen.

Im Klartext heißt das:

  • weniger im Internet konsumieren.
  • bei jedem Kauf vorher genau überlegen, ob ich „das“ WIRKLICH brauche
  • so viele Gedanken wie möglich darauf überprüfen, ob sie jetzt wirklich gedacht werden müssen.
    Und wenn nicht, dann gehen lassen
  • Bei jedem Gefühl nachspüren, ob es jetzt wirklich sinnvoll und fruchtbringend ist und wenn nicht, es gehen lassen
  • Beziehungen klären. Da, wo zwischen den Herzen was „im Wege“ steht für Klärung sorgen.
  • Bewusst sein. In letzter Zeit hatte ich es oft sehr eilig und wann immer ich durch die Gegend rannte, überkam mich dieser Satz “Wenn du es eilig hast, gehe langsam”.

Das ist mein ganz persönlicher „Aktionsplan“ für die kommenden Wochen.


Freiraum schaffen

Ich verspreche mir davon mehr Freiraum. Freiraum für das Wesentliche. Das Wesentliche ist für mich in letzter Konsequenz das, was ich auch „Gott“ nenne. Die Verbindung mit der göttlichen Quelle so oft es geht zu spüren (denn verbunden sind wir immer). Das ist das, wonach sich meine Seele wirklich sehnt.

Und ich glaube, dass wir uns letztlich alle danach sehnen. Dass wir tief in uns wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Dass wir mit der göttlichen Quelle immer verbunden sind und dass uns diese Verbindung jenes Zuhause ist, nach dem wir in so vielen Dingen vergeblich suchen.

Und das wir letztlich doch nur in uns selbst finden können.
Wenn wir den nötigen „Freiraum“ dafür schaffen, sowohl im Außen als auch im Innen.

Deshalb mag ich die Fastenzeit. Weil sie mich immer wieder genau DARAN erinnert!

Und du? Wirst du vielleicht auch „fasten“? Wirst du auch irgendetwas tun oder lassen, um mehr Freiraum  im Innen und Außen zu gewinnen?

Falls ja, freue ich mich über deine Ideen und Geschichten!
Wer weiß, vielleicht inspirierst du damit ja jemand anderen, es auch zu tun?

Mit sonnigen Grüßen

unterschrift-melanie_thin_small

 

 

 

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Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht…

…ist es manchmal ratsam, in einen Wald voller Bäume zu gehen.

Denn kaum etwas anderes bringt uns so sehr zur Ruhe und wieder in Kontakt mit uns selbst, wie die Natur.

Ich selbst hatte das große Glück, dass mein Vater ein sehr Natur verbundener Mensch war und zudem im Wald arbeitete. So fuhren wir fast jedes Wochenende in irgendeinen Wald und spazierten mitten durch, anstatt auf den Wegen. Wir suchten nach den Spuren von Rehen und Wildschweinen, stiegen auf Hochsitze und lauschten leise der uns umgebenden Ruhe.

Auch heute liebe und brauche ich den Wald. Ich liebe es, im Sommer barfuß über den mal warmen, mal kalten, mal trockenen, mal glitschigen Waldboden zu laufen und jeden Schritt bewusst zu tun und mich zu “erden” und wieder verbunden zu fühlen. Ich liebe das Geräusch des Windes durch die Blätter und das Zwitschern der Vögel. Manchmal ist es jedoch so still, dass man gar nichts hört. Gar nichts! Dann wird die Stille “laut”. Ein ungewohntes Gefühl in dieser Welt, mal gar nichts zu hören. Keinen Wind, kein Rauschen, keine Vögel, keine Autos… einfach nur die totale allumfassende Stille.

Die Naturvölker wissen seit jeher um die Heilkraft der Natur. Aber nun beschäftigt sich auch die Wissenschaft damit. An dieser Stelle möchte auf das Buch “Der Biophilia-Effekt” von Clemens G. Arvey hinweisen.

Hier der Trailer zum Buch:
https://www.youtube.com/watch?v=I8OQMUuf6xQ

Und!? Wann warst Du zum letzten Mal im Wald und hast Dich mit Stille und Ruhe aufgetankt?
Ist schon eine ganze Weile her? Na dann man los!

Viel Freude wünscht Dir

unterschrift-melanie_thin_small