Was machen wir jetzt?

Ganz schön was los in der Welt. Puh!

Manchmal überlege ich, wie es wäre, wenn ich auf einer kleinen Insel lebte, weit weg von allem und nichts von dem, was in der Welt passiert, mitbekäme.
Ich lebe zwar auf einer kleinen Insel, aber ich fühle mich nicht weit weg von allem.
Denn ich habe Internet und damit Zugang zur großen weiten Welt der Informationen.

Was ich allerdings nicht habe, ist deutsches Fernsehen und das halte ich momentan für einen wahren Segen.
Das, was ich sehen will, suche ich mir selbst aus. Auch Filme oder Dokumentationen.
In einer dieser Dokumentationen hörte ich neulich, wie wichtig es heutzutage ist, medienkompetent zu sein. Dass es darum geht, sich nicht wahllos berieseln zu lassen mit dem, was halt gerade im TV-Programm läuft, sondern aktiv und selbst nach denjenigen Informationen zu suchen, die man haben möchte.


Fastfood oder Slowfood? Welches Futter für die Synapsen?

Von Medienkompetenz oder -inkompetenz mal abgesehen: Das, was wir uns über die Medien liefern lassen, hat ganz konkrete Auswirkungen auf uns und unser Wohl- oder Umwohlbefinden. Die Gehirn- und Medienforschung liefert dazu jede Menge interessanter Ergebnisse. Wenn wir Bilder sehen, bewegt oder still, dann erzeugen diese Bilder Assoziationen und Gedanken in uns, die die entsprechenden Emotionen erzeugen. Über die genaue Reihenfolge ist sich die Wissenschaft zwar noch immer nicht einig, Fakt ist aber, dass das, was wir sehen, unsere Emotionen beeinflusst.

Es macht einen Unterschied, ob wir einen Kurzfilm über ein lächelndes Baby sehen oder ob wir uns einen Horrorstreifen angucken.

Und genau letzteres ist es, was die Nachrichten – egal ob bewegt im TV oder als Titel in der Onlineversion – uns derzeit liefern.

Ich werde hier bewusst NICHT die Schlagwörter verwenden, mit denen wir diesbezüglich momentan überschüttet werden.


Ich schalt dann mal ab!

Um auf die Frage in der Titelzeile zurück zu kommen:
Was machen wir jetzt?
Mein Tipp? Abschalten.
Einfach mal abschalten. Und keine Nachrichten gucken.
Wer sich dennoch über das aktuelle Weltgeschehen informieren möchte, der kann bequem einen Pressespiegel abonnieren und nur die Überschriften lesen. Das reicht manchmal schon.

Und ansonsten? Es sich gut gehen lassen. So gut, wie es nur geht!
Liebe Menschen treffen, singen, tanzen, in den Wald gehen, lecker kochen und essen, ein schönes Bad nehmen, malen, faulenzen, sich sozial engagieren, sich an alte Witze erinnern (Witze erzählen ist vollkommen aus der Mode gekommen, oder meine ich das nur?), auf youtube nach den lustigsten Playback Patzern suchen usw.

Und den ganzen Rest, an dem wir eh nichts ändern können, den ganzen Rest sein lassen, an dem wir eh nichts ändern können.

Wie jetzt!? Die Welt ist in Aufruhr und wir sollen einfach wegsehen!?
Frage: Nützt es Dir, Deinem Umfeld, der Welt im Aufruhr, wenn wir uns den Emotionen hingeben, die all die Bilder und Wörter, die wir derzeit geliefert bekommen, in uns erzeugen…?

Viel Freude beim Abschalten wünscht Dir

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Wann war Dir zum letzten Mal langweilig?

“…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.”
Astrid Lindgren

Und!? Wann hast DU Dir zuletzt die Zeit genommen, einfach da zu sitzen und vor Dich hin zu schauen? Völlig sinnfrei, ohne Zweck und Ziel? Einfach nur dasitzen und nichts tun. Ausser gucken. Und ein bisschen denken. Aber nur ein bisschen. Wenn überhaupt.

Darf man das denn, in einer Zeit wie dieser? Einfach mal nichts tun!?
Wo doch so viele Informationen darauf warten, von uns aufgenommen zu werden?
Wo es so viel zu tun gibt, in den knappen Zwischenräumen von der einen Informationsaufnahme bis zur nächsten?

Ich meine: ja. Und ich meine außerdem, dass man es nicht nur darf, sondern unbedingt sollte. Sich die Zeit nehmen, ganz bewusst nichts zu tun. Und ich rede hierbei nicht von halben oder ganzen Tagen. Wobei das natürlich auch sehr schön ist und im Allgemeinen “Urlaub” genannt wird.

Aber macht es wirklich Sinn, jedes Mal 300 Tage zu warten, bis wir uns wieder ein paar Tage Urlaub gönnen?
Viel wichtiger erscheint mir, dass wir uns jeden Tag unsere kleine Insel “Auszeit” nehmen, in der wir unserem Geist die Möglichkeit geben, zu ruhen. Und seien es nur fünf Minuten. Das ist schon viel für einen Geist, der ständig in Hetze ist.

Die Freunde der asiatischen Richtungen nennen es “Meditation”. Als ich mich einmal intensiver mit dem Buddhismus beschäftigte, las ich von Sogyal Rinpoche (Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben) den Satz: “Mediation ist das größte Geschenk, das ihr euch selber machen könnt”.
Ich habe zugegebener Maßen eine ganze Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was er damit meint. Ich dachte nämlich immer, man müsse zur erfolgreichen  Meditation eine möglichst heilige Angelegenheit mit Meditationskissen in entsprechenden Räumlichkeiten mit Räucherwerk etc. veranstalten. Bis ich feststellte, dass Meditation – also das “Zur Ruhe kommen in sich selbst” manchmal nichts anderes ist, als einfach nur da zu sitzen und vor sich hinzugucken. Egal wann, egal wo, egal, ob alleine oder in Gesellschaft.

Versuch es doch auch einfach mal. Baue Dir als tägliches Ritual fünf kleine Minütchen ein, in denen Du einfach nur da sitzt und vor Dich hinguckst. Und Deine Gedanken beobachtest und sie kommen und gehen lässt und an keinem haftest oder Dich von ihm verwickeln lässt. Sind ja schließlich DEINE fünf Minuten und nicht die Deiner Gedanken. Die kommen später wieder zum Zuge. Ganz gewiss!

Viel Spaß und lass mich gerne wissen, ob Du es mal versucht hast und wenn ja, wie es Dir damit geht!

Ich freue mich auf Deine Geschichte!

Mit sonnigen Grüßen

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