Kein Schiff wird kommen. Betrachtungen zur Verstopfung des Suez Kanals

von | Mrz 27, 2021 | Allgemein | 1 Kommentar

Seit ein paar Tagen legt ein riesiges Containerschiff die wichtigste Verbindung zwischen Asien und Europa lahm. Nichts geht mehr am Suez Kanal.

Ein paar wache Geister haben schon vor Monaten Hinweise dazu gegeben, dass es in naher Zukunft zu Lieferengpässen kommen wird (wobei wohl niemand geahnt hätte, dass eine banale Verstopfung des Suez Kanals der Grund dafür sein würde) und man sich möglichst mit Lebensmitteln, Medikamenten Wasser, Wasserfiltern, Kerzen etc. ausstatten soll. Sogar das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eigens eine Broschüre für den Fall X heraus gegeben, die man sich auf der Webseite des Amtes als PDF herunter laden kann.

Den wenigsten ist zum jetzigen Zeitpunkt bewusst, wie sehr hier eins zum anderen kommt. Aber das wird sich bald ändern. Zum Beispiel hat ein Erliegen der Stromversorgung Auswirkung auf die Trinkwasserversorgung, weil die Klärwerke ohne Strom nicht mehr am Laufen gehalten werden können. Und kaum einer weiß, wie viele Produkte immer noch von Rohöl abhängen. Obwohl es heutzutage gute und ökologische Alternativen dafür gäbe, deren Nutzbarmachung aber – aus welchen und wessen Gründen auch immer, nicht forciert wird.

Die Verstopfung des Suez-Kanals wird uns schon sehr bald vieles aufzeigen und ins Bewusstsein bringen. Unter anderem auch die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Asien und Europa. Wir alle werden erleben, wie abhängig wir selbst uns gemacht haben durch die ganzen Importe aus dem „billigen“ Ausland. Deutschland als Wirtschaftsstandort war ja für viele Branchen schon seit Jahren zu teuer geworden und wir werden jetzt erleben, dass der Preis, den wir für diese Auslagerung letztlich zahlen werden, sehr viel höher ist als wir jemals vermutet hätten. Wenn jetzt sämtliche Frachtschiffe erst einmal den Umweg über das Kap der guten Hoffnung nehmen müssen, dann wird sich das auf die Preise der Produkte niederschlagen, und zwar gewaltig!

Und so dürfen wir uns – wie ohnehin seit Beginn der Corona-Krise immer und immer mehr – auch diesmal ein paar wesentliche Fragen stellen:

Wie abhängig bin ich von Zulieferungen aller Art von außen?
Ist es wirklich notwendig, dass das, was ich zu brauchen meine, aus Fernost kommt? Welchen Wert hat ein Produkt vom Ort seiner Herstellung bis zum Endverbraucher wirklich? Steht der Preis, den ich letztlich zahle, in einem gesunden Verhältnis zu Wert und Produktion?
Wo und in welchem Ausmaß findet Ausbeutung statt?
Wie hängt alles miteinander zusammen?

All diese Fragen können und sollten auch sinnbildlich gestellt werden.

Mich persönlich bringt die Verstopfung im Suez Kanal zum Schmunzeln, denn ich ahne schon jetzt, wie sehr dieses „Event“ uns „back to the roots“ bringen wird. Und „back to the roots“, zurück zum Ursprung, zurück auf den Boden der Tatsachen, auf dem wir souverän gehen und leben können – das war und ist dringend notwendig!

Zeit für eine neue, gesunde Verhältnismäßigkeit!

Auf allen Ebenen!

Melanie Kaltenbach

1 Kommentar
  1. Liebe Melanie, im September 2020 habe ich diese Worte schon bei meiner Ärztin benutzt „ back to the roots „ zurück in die Eigenverantwortung und Souveränität ✌️🍀; Unser Leben wird wieder bunt und schön 🤩

    Dorothe

    Antworten

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