Würde

Würde ist ein großes Wort.

In den letzten Tagen und Wochen wird es immer größer in mir, das Wort “Würde”. Wobei das nicht ganz stimmt, denn es ist sicherlich jenes Wort, welches ich im letzten Jahr in der Arbeit mit meinen Anvertrauten am allermeisten verwendet habe.

Immer wieder habe ich gesagt: Würdige deinen Weg, den du gegangen bist, um jetzt hier zu sein, als das, was du bist. Würdige dich selbst, für den Mut, deinen Weg überhaupt gegangen zu sein!

Immer wieder: “Würdige dich!”

Würde, das ist für mich noch so viel mehr, als Selbstliebe, Respekt und Anerkennung. Vielmehr impliziert Würde für mich all das.

Würde ist wie ein großer Raum, der sich öffnet, in den wir hinein gehen können und in dem wir uns selbst in aller Gänze, Größe und eben Würde begegnen können. Und müssen.

Denn in dem Maße, in dem wir uns selbst würdigen, können wir auch erst den anderen würdigen.

So, wie ich mich selbst würdige, kann ich auch dich erst würdigen.
So, wie ich mein eigenes Schicksal würdigen kann, kann ich auch dein Schicksal würdigen.
So, wie ich  meinen Weg würdige, kann ich auch deinen Weg würdigen.
So, wie ich mein Anderssein würdigen kann, kann ich auch dein Anderssein würdigen.
So, wie ich meine Arbeit würdige, kann ich auch deine Arbeit würdigen.
Erst, wenn ich meine Lebenszeit würdige, kann ich auch deine Lebenszeit würdigen.
Wenn ich das Schicksal meines Volkes würdige, kann ich auch das Schicksal deines Volkes würdigen.

Ich fühle die zukünftige Bedeutsamkeit des Wortes “Würde” so, so deutlich.

Alles andere – Selbstliebe, Mut, Selbstachtung – das ist doch alles nur auf uns selbst bezogen.

Aber Würde, das schließt alles mit ein. Dich, mich und uns, als Kollektiv von Menschen, die jetzt und hier auf unserer kleinen Erde lebendig sind.

Und auch unsere Erde – unser kleiner, fragiler, perfekter, wunderschöner, einzigartiger Mutterplanet – hat ihre Würde, die wir  ihr dringend zurück geben müssen! Weil alles, was auf ihr lebt und noch leben wird, genau davon abhängt.
Wie sehr würdigen wir das, was Mutter Erde uns zum Leben schenkt?

Ich wünsche mir Würde.
Ich wünsche mir, dass ein jeder von uns sich wieder selbst würdigen kann für das, was er ist. Und dass wir im selben Maße alle anderen würdigen können für das, was sie sind.

Ich ahne den Frieden, der hierin verborgen liegt….

Uns allen ein liebe- und würdevolles Weihnachtsfest!

Melanie Kaltenbach

PS: Auf dem Foto ist das Denkmal von Hautacuperche in der Morgensonne. Ein Held, der für die Würde seines Volkes einst sein Leben ließ.

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