Wann war Dir zum letzten Mal langweilig?

“…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.”
Astrid Lindgren

Und!? Wann hast DU Dir zuletzt die Zeit genommen, einfach da zu sitzen und vor Dich hin zu schauen? Völlig sinnfrei, ohne Zweck und Ziel? Einfach nur dasitzen und nichts tun. Ausser gucken. Und ein bisschen denken. Aber nur ein bisschen. Wenn überhaupt.

Darf man das denn, in einer Zeit wie dieser? Einfach mal nichts tun!?
Wo doch so viele Informationen darauf warten, von uns aufgenommen zu werden?
Wo es so viel zu tun gibt, in den knappen Zwischenräumen von der einen Informationsaufnahme bis zur nächsten?

Ich meine: ja. Und ich meine außerdem, dass man es nicht nur darf, sondern unbedingt sollte. Sich die Zeit nehmen, ganz bewusst nichts zu tun. Und ich rede hierbei nicht von halben oder ganzen Tagen. Wobei das natürlich auch sehr schön ist und im Allgemeinen “Urlaub” genannt wird.

Aber macht es wirklich Sinn, jedes Mal 300 Tage zu warten, bis wir uns wieder ein paar Tage Urlaub gönnen?
Viel wichtiger erscheint mir, dass wir uns jeden Tag unsere kleine Insel “Auszeit” nehmen, in der wir unserem Geist die Möglichkeit geben, zu ruhen. Und seien es nur fünf Minuten. Das ist schon viel für einen Geist, der ständig in Hetze ist.

Die Freunde der asiatischen Richtungen nennen es “Meditation”. Als ich mich einmal intensiver mit dem Buddhismus beschäftigte, las ich von Sogyal Rinpoche (Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben) den Satz: “Mediation ist das größte Geschenk, das ihr euch selber machen könnt”.
Ich habe zugegebener Maßen eine ganze Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was er damit meint. Ich dachte nämlich immer, man müsse zur erfolgreichen  Meditation eine möglichst heilige Angelegenheit mit Meditationskissen in entsprechenden Räumlichkeiten mit Räucherwerk etc. veranstalten. Bis ich feststellte, dass Meditation – also das “Zur Ruhe kommen in sich selbst” manchmal nichts anderes ist, als einfach nur da zu sitzen und vor sich hinzugucken. Egal wann, egal wo, egal, ob alleine oder in Gesellschaft.

Versuch es doch auch einfach mal. Baue Dir als tägliches Ritual fünf kleine Minütchen ein, in denen Du einfach nur da sitzt und vor Dich hinguckst. Und Deine Gedanken beobachtest und sie kommen und gehen lässt und an keinem haftest oder Dich von ihm verwickeln lässt. Sind ja schließlich DEINE fünf Minuten und nicht die Deiner Gedanken. Die kommen später wieder zum Zuge. Ganz gewiss!

Viel Spaß und lass mich gerne wissen, ob Du es mal versucht hast und wenn ja, wie es Dir damit geht!

Ich freue mich auf Deine Geschichte!

Mit sonnigen Grüßen

unterschrift-melanie_thin_small

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