Unsocial Media. Oder: Warum mich der FB-Algorithmus mal kann!

Nein, was war die Aufregung groß! Mark Zuckerberg hatte im Januar verlauten lassen, dass Facebook mal wieder seinen Algorithmus ändert und ab sofort mehr Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern gezeigt werden und weniger von Firmen.

Wer nun meinte, das sei ja ein unglaublich sozialer Zug dieser vermeintlich sozialen Plattform, darf sich eingeladen fühlen, darüber nachzudenken, warum er vielleicht seit Jahren eine äußert nützliche Plattform nutzen kann, ohne auch nur je einen Cent für diese Nutzung bezahlt zu haben. Mit Altruismus seitens des Betreibers hat diese kostenlose Zurverfügungstellung nämlich nichts zu tun.

Jedenfalls wurde manch einer – vor allem aus den Reihen derer, die ihre private Timeline auch zu Werbezwecken nutzen, nervös. Es ist nämlich so, dass man möglichst in einer bestimmten Häufigkeit – ich glaube, mindestens drei Mal am Tag – etwas posten muss, um von möglichst vielen seiner Kontakte gesehen zu werden. Fünftausend Privatkontakte kann man haben, bei Facebook. Fast wie im echten Leben, nicht wahr!?

Nun dürfte kaum jemand in der Lage sein, drei mal am Tag guten Content zu liefern und dann auch noch kostenlos. Aber auch hier war Facebook vorsorglich aktiv und hat schon vor geraumer Zeit diese Instant-Memes eingeführt, wo man einen kleinen Satz farbig schick in verschiedenen Designs posten kann.

Ende vom Lied: Ein platter Spruch jagt den nächsten!

Ganz ehrlich: Ich ertrage sie nicht mehr, diese ganzen platten Worthülsen, diese aus dem Tippergehirn gequetschten Binsenweisheiten, diese vielen RatSCHLÄGE, die man mir völlig grenzüberschreitend ungefragt um die Ohren haut. Und ich kenne einige, die derzeit genauso empfinden und es werden immer mehr.

Was tun?

Ganz einfach: Facebook und andere Social Media Plattformen einfach BEWUSST  nutzen. Ich habe mal Tabula Rasa gemacht und genau gefiltert, von wem ich mich wirklich inspiriert fühle, von wem ich mich nicht zu seinen eigenen Werbezwecken derart manipuliert fühle, dass es mir ein schlechtes Gefühl bereitet, welches zu kompensieren ich selbstverständlich nur imstande bin, wenn ich die Dienstleistung desjenigen buche, der mir dieses schlechte Gefühl der Minderwertigkeit zuvor eingeprügelt hat.

Und ja, manchmal reicht dafür schon eine einzige, kleine Binsenweisheit oder ein völlig aus dem Kontext gegriffener RatSCHLAG! Es sind sehr, sehr wenige übrig geblieben, deren Beiträge ich wirklich mag, weil sie mich inspirieren, ohne mich oder andere zu degradieren.

Ich weiß auch, dass es zum Personal Branding dazu gehört, immer wieder Fotos von sich selbst zu posten und auf Fremdbilder möglichst zu verzichten. Ganz ehrlich? So schön finde ich mich nun auch wieder nicht, als dass ich jeden Tag mehrere Portraitfotos von mir posten müsste. Für die meisten anderen gilt das übrigens auch, haha! Sie posten dennoch täglich mehrfach Fotos von sich und selbst das empfinde ich zunehmend als Belästigung. Vielleicht bin ich auch einfach nicht selbstverliebt genug….?

Und so “verfolge” ich augenblicklich nur noch meine engsten Freunde, meine Kunden und diejenigen “Fremden”, die mich wirklich inspirieren. Anstatt also meinem Newsfeed und damit dem Facebook-Algorithmus die alleinige Verantwortung zu überlassen, welches mentale Fastfood ich heute konsumiere, besuche ich bewusst die Profile, die mich interessieren und mich mit der von mir gewünschten Inspiration nähren und sättigen.

Das ist mein ganz persönlicher Algorithmus, meine ganz eigene Rechnung, die meine mentale und seelische Gesundheit auf jeden Fall ins Plus bringt!

Ich kann das nur jedem empfehlen: Suche dir die Menschen aus, deren Beiträge du  – aus welchen persönlichen Gründen auch immer – wirklich gerne liest und überlasse es nicht dem Facebook-Zufall.

Und beobachte, wie sich dein Empfinden dir selbst gegenüber verändert und: Wie viel Zeit du sparst!

I like!

Let’s create go(o)d vibes!


Melanie Kaltenbach

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