Warum es wichtig ist, auch mal stehen zu bleiben und inne zu halten

Liebe Uhr, könntest du bitte etwas langsamer ticken?

Nimmst du das auch so wahr?
Dass die Zeit immer schneller voran schreitet und jeder Tag, jede Woche, jeder Monat und jedes Jahr immer flotter vorüber zu gehen scheint?
Dass die Anzahl der zu bewältigenden Alltagsaufgaben irgendwie nicht mehr in das dafür zur Verfügung stehende Zeitfenster passt?
Dass es da eine Art „Missverhältnis“ zwischen Zeit und Materie zu geben scheint?

Ich glaube ja, dass dies auf ein rein physikalisches Phänomen zurück zu führen ist. Und zwar ist es so, dass der Kosmos in exponentieller Geschwindigkeit expandiert. So ist es also nur logisch, wenn diese Geschwindigkeit auch auf uns Einfluss nimmt, denn schließlich leben wir auf einem winzig kleinen Planeten in einem winzig kleinen Sonnensystem, das Teil einer winzig kleinen Galaxie in einem unendlich großen Kosmos ist.

Uff!

Höherschnellerweiter!? -> Äh!? STÖPPCHEN!

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir da, wo wir sind, regelmäßig inne halten!

Die letzten Jahre waren für viele von uns vom „Höher! Schneller! Weiter!“ Paradigma geprägt.

Die ganzen Zeit- und Zielmanagement-Kurse und -Ratgeber dienten lediglich dazu, immer mehr Materie in immer enger werdende Zeitfenster zu packen. Noch mehr Ziele, noch mehr To-Do’s und die letzten kleinen Leerzeiten werden mit maximal sinnlosen Aufenthalten auf irgendwelchen Social Media Kanälen zugebracht, wo man uns schlimmstenfalls schon wieder Richtung Höherschnellerweiter peitscht. Work-Life-Balance? Wo Life doch maximal Work ist? Hüa!

Raus aus der Zielfalle!

Gerade die “Zielfalle” ist etwas, das ich für sehr kontraproduktiv und damit gefährlich halte.

Wann haben wir schon mal das Gefühl, dass „genug“ wirklich GENUG ist? Schließlich gibt es ja immer noch irgendwas zu tun?

Meinen Klienten, die sich in in dieser Zielfalle befinden, empfehle ich immer folgendes (obwohl ich als Coach sehr selten Empfehlungen ausspreche, aber in diesem Falle mache ich gerne eine Ausnahme):

Halte inne! Und schau nicht immer nur Richtung Gipfel deiner vermeintlichen Zielerreichung und was du noch alles schaffen musst, bis du – irgendwann – endlich oben angekommen bist.

Halte inne! Und schau zurück und sieh’, welchen Weg du bereits gegangen bist!
Was hast du schon alles geschafft?
Welche Schwierigen und auch schönen Passagen bist du bereits gegangen, um jetzt da zu sein, wo du bist?
Wo du dir erlaubst, einfach mal eine Pause zu machen?

In der Ruhe liegt die Kraft

Das Resultat dieser kleinen „Pause“ ist jedes Mal auf’s Neue faszinierend:

Wann immer wir innehalten und auf das, was wir schon geschafft haben, zurück blicken, schöpfen wir Kraft und Zuversicht! Wie es sich für eine richtig schöne Pause gehört.

Eines meiner Lieblingstools hierfür ist meine “Done-Liste”, wo ich aufschreibe, was ich alles erledigt habe.
Auch oder vor allem die Kleinigkeiten zählen!
Warum immer nur “To-Do-Listen” schreiben? Die “Done-Liste” ist mindestens genauso wichtig!

Also: Gönne Dir (regelmäßig!) deine Pause, halte inne, schnauf’ gut durch und schau’, wo du her kommst und welchen Weg du schon gemeistert hast. Und: freu’ dich darüber und sei vielleicht sogar ein bisschen stolz auf dich!
Wer, wenn nicht DU?

Und dann gehts mit neuer alter Kraft weiter.

Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei!

Mit sonnigen Grüßen

unterschrift-melanie_thin_small

 
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Wann war Dir zum letzten Mal langweilig?

“…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.”
Astrid Lindgren

Und!? Wann hast DU Dir zuletzt die Zeit genommen, einfach da zu sitzen und vor Dich hin zu schauen? Völlig sinnfrei, ohne Zweck und Ziel? Einfach nur dasitzen und nichts tun. Ausser gucken. Und ein bisschen denken. Aber nur ein bisschen. Wenn überhaupt.

Darf man das denn, in einer Zeit wie dieser? Einfach mal nichts tun!?
Wo doch so viele Informationen darauf warten, von uns aufgenommen zu werden?
Wo es so viel zu tun gibt, in den knappen Zwischenräumen von der einen Informationsaufnahme bis zur nächsten?

Ich meine: ja. Und ich meine außerdem, dass man es nicht nur darf, sondern unbedingt sollte. Sich die Zeit nehmen, ganz bewusst nichts zu tun. Und ich rede hierbei nicht von halben oder ganzen Tagen. Wobei das natürlich auch sehr schön ist und im Allgemeinen “Urlaub” genannt wird.

Aber macht es wirklich Sinn, jedes Mal 300 Tage zu warten, bis wir uns wieder ein paar Tage Urlaub gönnen?
Viel wichtiger erscheint mir, dass wir uns jeden Tag unsere kleine Insel “Auszeit” nehmen, in der wir unserem Geist die Möglichkeit geben, zu ruhen. Und seien es nur fünf Minuten. Das ist schon viel für einen Geist, der ständig in Hetze ist.

Die Freunde der asiatischen Richtungen nennen es “Meditation”. Als ich mich einmal intensiver mit dem Buddhismus beschäftigte, las ich von Sogyal Rinpoche (Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben) den Satz: “Mediation ist das größte Geschenk, das ihr euch selber machen könnt”.
Ich habe zugegebener Maßen eine ganze Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was er damit meint. Ich dachte nämlich immer, man müsse zur erfolgreichen  Meditation eine möglichst heilige Angelegenheit mit Meditationskissen in entsprechenden Räumlichkeiten mit Räucherwerk etc. veranstalten. Bis ich feststellte, dass Meditation – also das “Zur Ruhe kommen in sich selbst” manchmal nichts anderes ist, als einfach nur da zu sitzen und vor sich hinzugucken. Egal wann, egal wo, egal, ob alleine oder in Gesellschaft.

Versuch es doch auch einfach mal. Baue Dir als tägliches Ritual fünf kleine Minütchen ein, in denen Du einfach nur da sitzt und vor Dich hinguckst. Und Deine Gedanken beobachtest und sie kommen und gehen lässt und an keinem haftest oder Dich von ihm verwickeln lässt. Sind ja schließlich DEINE fünf Minuten und nicht die Deiner Gedanken. Die kommen später wieder zum Zuge. Ganz gewiss!

Viel Spaß und lass mich gerne wissen, ob Du es mal versucht hast und wenn ja, wie es Dir damit geht!

Ich freue mich auf Deine Geschichte!

Mit sonnigen Grüßen

unterschrift-melanie_thin_small