Der Papst, die Queen, mein Vater und ich. Oder: Warum Personenkult scheiße ist

Die Möglichkeit zur Entwicklung eines Personenkults gleich welcher Art wurde bei mir im zarten Alter von neun Jahren an einem heiligen Sonntagmorgen für immer zerstört. Von meinem Vater. Und das kam so:
Wir saßen beim Frühstück und irgendwann kam ich sehr ausschweifend und schwärmerisch auf die Queen und den Papst zu sprechen und hatte dabei offenbar einen recht verklärten Gesichtsausdruck. Auf einmal sah mein Vater mich mit ernstem Blick an und sagte in bedeutungsschwangerem Ton: “Melanie. Komm mal bitte her. Setz dich auf meinen Schoß. Ich verrate dir jetzt mal ein Geheimnis und es ist sehr, sehr wichtig, dass du es dir für alle Zeiten merkst, ja?”
Ich nickte, setzte mich auf den Schoß meines Vaters und wartete gespannt, welch großartige Offenbarung mir nun wohl zuteil werden würde. Mein Vater fuhr in bedeutungsvollem Ton und mit gesenkter Stimme fort:
Alles Schall und Rauch!

„Die Queen und der Papst, ja!? Die müssen jeden Tag genauso auf’s Klo wie du und ich!“ Dann fuhr er fort: „Lass’ dich niemals – NIEMALS – von irgendwelchen Titeln oder einem Status blenden! Frage dich stattdessen: Was hat dieser Mensch tatsächlich geleistet? Wo und womit ist er für andere Menschen wirklich wichtig? Wo hilft er? Es gibt so viele „kleine“ und „unbedeutende“ Menschen, die Großartiges leisten. Deine Großmütter zum Beispiel, die im Krieg mit ihren kleinen Kindern allein waren und nach dem Krieg unsere Stadt wieder aufgebaut haben! Der Friedhofswärter, der einen ganz schwierigen Beruf hat. Die Müllmänner, die sich um unseren stinkenden Abfall kümmern! All die, die in den Krankenhäusern arbeiten und dafür sorgen, dass es anderen Menschen besser geht. Das sind die Menschen, zu denen du aufschauen kannst. Das sind die Menschen, die wirklich deinen Respekt verdienen! Weil sie wirklich etwas leisten! Also: Lass dich niemals von Titeln oder einem Status blenden, das ist alles Schall und Rauch. Und am Ende müssen wir eh alle sterben.“

Zack! Das saß! Ich erinnere mich an diese Worte, als wäre es gestern gewesen. Denn es war das zweite Mal in meinem jungen Leben, dass ich mit dem einschneidenden Gefühl der Desillusionierung konfrontiert wurde. Das erste Mal war, als ich erfuhr, dass es das Christkind und den Nikolaus nicht gibt. Und nun das.  Keine Anbetung mehr. Kein einfaches „toll finden“. Egal, wen ich mir auch vorstellte – Fernsehstars, Popstars, meine Lehrer – ich sah sie alle nur noch auf dem Klo sitzen… und auf dem Sterbebett liegen. Wir waren alle gleich.
Niemand ist besser als du und du bist nicht besser als irgendwer sonst
Doch damit nicht genug! Denn dieser Effekt der Desillusionierung hat bei mir gleichfalls vice versa große Wirkung gezeigt. Er hat nämlich dazu geführt, dass ich mich selbst nicht mehr toller finden musste als andere. Welch Entspannung, welch ein Friede!
Wer andere klein macht, fühlt sich selber klein

Eine Sichtweise übrigens, die manchem heutzutage dringend anzuraten wäre! Wer sich über andere erhebt, tut es deshalb, weil er sich kleiner fühlt. Andernfalls bestünde ja gar keine Notwendigkeit, sich überhaupt erheben zu müssen. Logisch, oder?

Wer andere klein macht, fühlt sich selber klein.
Wer andere verletzt, ist verletzt.
Wer um sich schlägt, sei es mit Worten oder tatsächlich, hat selber Angst, geschlagen zu werden.

Warum aber machen das so viele? Sich über andere erheben, so tun, als seien sie etwas Besseres, intellektuell oder materiell? Meine Antwort: Weil sie ihren eigenen, wahren inneren Wert noch nicht erkannt haben. Solange wir uns nicht vollumfänglich mit uns und unserem Schicksal bekannt und vertraut gemacht haben, solange wir uns nicht voll und ganz verziehen haben, so lange wir uns selbst noch nicht voll und ganz angenommen haben – solange werden wir im Vergleich mit anderen sein, um dadurch Orientierungspunkte für uns selbst zu finden. Die Frage ist nur: Nutzen wir diese Orientierungspunkte? Nämlich dafür, uns uns selbst immer weiter anzunähern und dadurch besser kennen zu lernen?

Es tut mir oft im Herzen weh, wenn ich sehe, wie sehr Menschen um sich schlagen, nur, um ihr eigenes verletztes Innen durch etwaige Antastung von außen nicht spüren zu müssen.

Friede sei mit dir?

Der Weg des Friedens ist aber ein anderer. Und er beginnt bei jedem selbst. Das hört sich nach pseudospiritueller Floskel an. Leider. Ich halte diese Aussage aber aus eigener Erfahrung für wahr.

Sobald du erfährst und annimmst, dass du so, wie du bist, mit all deiner Geschichte und all deinem Schicksal, einzigartig, wertvoll und würdig bist, wirst du in gleichem Maße erkennen, dass dies für jeden anderen Menschen auf dieser Welt ebenso gilt. Dann wirst du jeglichen Zwang oder Bedarf, dich über andere erheben zu müssen, nicht mehr verspüren. Du wirst aufhören, andere als minderwertiger als dich selbst betrachten zu müssen, sobald du deinen eigenen wahren Wert erkannt hast.

Wir leben in einer Zeit, in der wir gerade alle aufgefordert sind, uns unserer ganz eigenen persönlichen Transformation zu widmen. Nur, wer den Weg der eigenen inneren Transformation wagt, wird zu jener Größe erblühen, die ihn auf Augenhöhe bringt mit allem, was ist.

Das ist meine ganz persönliche Wahrheit. Wenn du damit in Resonanz gehst, gehst du damit in Resonanz. Wenn du damit nicht in Resonanz gehst, gehst du damit nicht in Resonanz. So einfach ist das. Du bist du. Ich bin ich. Wir sind frei. Und noch viel mehr…

Wenn du meinst, es sei an der Zeit, einen Blick in dein persönliches Lebensbuch zu werfen und dort all jene Geschichten zu finden, die dich zu deinem eigenen inneren Schatz und deiner wahren Größe führen, dann melde dich bei mir. Ich helfe dir dabei, es zu öffnen und darin zu lesen. Schreib’ eine Email an fuerdich@melanie-kaltenbach.de

 

Alles Liebe und: Sei dein eigener Held! 

PS: Lieber Heinz, liebe Luise, diesen Blogpost widme ich euch – in tiefer Dankbarkeit für alles, was ihr mir mitgegeben habt.

Je mehr du loslässt, desto leichter wird der Weg

Den folgenden Text veröffentlichte ich vor ein paar Tagen auf meinem privaten Facebook-Profil. Die Resonanz war überraschend groß und der Beitrag wurde viele Male geteilt. Da dieses Thema offensichtlich für einige Menschen relevant ist, habe ich beschlossen, den Text als eigenen Blogpost zu veröffentlichen und entsprechend zu ergänzen…

Wenn du auf dem Weg bist, immer mehr du selbst zu werden und immer mehr deinen eigenen inneren Raum auszufüllen, dann kann es passieren, dass dir auf diesem Weg Menschen, die dir lieb waren, abhanden kommen. Denn je mehr du dich dir selbst annäherst, je mehr du nicht nur dein Licht, sondern auch die Dunkelheit und den Schmerz in dir annimmst, desto “gefährlicher” wirst du für die, die das (noch) nicht können oder nicht wollen. Denn auf dem Weg zu dir selbst verändert sich deine Frequenz. Diese neue Frequenz erreicht und berührt die Frequenz des anderen. Und er wird einiges dafür tun, sie nicht zu fühlen und abzuwehren. Oftmals ist das deshalb der Fall, weil er Angst vor seinem eigenen Licht und seiner eigenen Dunkelheit und seinem eigenen Schmerz hat. Es ist deine Entscheidung, ob du stehen bleibst und deinen Weg nicht weiter fortsetzt, um diesen Menschen nicht zu verlieren. Es ist deine Entscheidung, ob du weiter gehst. Ob du den Mut hast, alleine weiter zu gehen. Wann immer du die Entscheidung fällst, weiter zu gehen, sei gewiss: Es werden dir neue, andere Menschen begegnen. Menschen, die deiner Ur-Frequenz so viel ähnlicher sind, als die der anderen Menschen, die zu verlieren du fürchtest. Die Entscheidung, deinen Weg zu gehen, ist immer auch eine Entscheidung für die Liebe. Die Liebe für dich. Und aus dieser Liebe heraus können Wunder geschehen und werden dir Menschen wie Wunder begegnen. Ich habe es selbst schon oft so erlebt und erlebe es immer wieder. Vertrau’ dir! 

Dies ist die eine Seite der Geschichte. Aber sie hat auch noch eine andere Seite…

Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, dann ist es gar nicht so, dass du plötzlich ein neuer Mensch geworden bist. Der Grund, warum dir auf dem Weg zu dir Menschen abhanden kommen –  weil sie dein neues Sein nicht mehr nachvollziehen oder nicht gutheißen können und deshalb mit Gegen- und Abwehr reagieren – ist, dass du dich bisher noch nicht in aller Gänze gezeigt hast.
Weil sie dich so nicht kennen. Woher auch? Du hast diese Anteile ja bislang erfolgreich verheimlicht. Um nicht anzuecken, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, um lieb gehabt zu werden. Der Gründe gibt es viele.

Verzeihst du dir?


Die Frage ist: Kannst du dir das verzeihen? Hast du Verständnis für dich? Hast du Geduld mit dir? Vertraust du dir und dem Leben? Kannst du auch den Menschen verzeihen und verstehen, dass sie mit dir und deiner neuen Gänze vielleicht überfordert sind? Dass sich der eine vielleicht noch an dich als Ganzes gewöhnt, ein anderer aber vielleicht nicht und deshalb – im wahrsten Sinne des Wortes  – “auf der Strecke bleiben” wird? Wirst du trotzdem weiter gehen auf dem Weg zu dir selbst? Und dich immer mehr so zeigen, wie du bist? Glaubst du, dass du der Welt damit letztlich sehr viel mehr dienen kannst, als wenn du dich weiter versteckst?

Ich selbst habe im Laufe meines Lebens und insbesondere im letzten Jahr große Schritte bezüglich meiner eigenen Selbstverwirklichung vollzogen. Für mich hieß das im letzten Jahr vor allem, mich immer mehr auch öffentlich zu meiner Spiritualität zu bekennen, die in meinem Leben seit jeher eine bedeutende Rolle spielt. Ich war und bin von der Existenz einer liebenden Schöpferkraft zutiefst überzeugt und ich habe im Laufe meines Lebens einige sehr spezielle Erfahrungen gemacht, inklusive einer Nahtoderfahrung.

Irgendwann war mir klar, dass Spiritualität etwas ist, dass mich zu einem großen Anteil ausmacht und dass ich eben diesen Anteil nicht länger verstecken werde. Und auch nicht darf. Vor allem in meiner Arbeit nicht. Seit ich das für mich vollumfänglich geklärt habe, hat sich meine Arbeit fundamental zum Positiven verändert. Weil ich endlich nichts mehr von all den Gaben und Fähigkeiten, über die ich verfüge, zurück halte. Das gibt nicht nur mir einen nie gekannten inneren Frieden, sondern führt auch bei den Menschen, die meine Unterstützung in Anspruch nehmen, zu überwältigenden Ergebnissen.

Keine Energieverschwendung mehr!

Auch, weil ich keine Energie mehr darauf verschwende, irgendetwas rechtfertigen zu müssen oder groß und breit erklären zu wollen. Die, denen ich mich und mein Sein vor nicht allzu langer Zeit noch hätte erklären müssen, sind auf meinem Weg außer Sichtweite geraten. Dafür sind neue Menschen auf diesem Weg aufgetaucht und es werden immer mehr. Und meine Energie ist gebündelter und damit krafvoller denn je.

Ich will dich von ganzem Herzen ermutigen: Erlaube dich dir selbst! Zeige dich so, wie du wirklich bist! Stehe zu dir, zu deinen Gaben, zu deinen Fähigkeiten. Höre auf das, was deine Seele dir zuruft und was gehört und verwirklicht werden will! Vertraue dir und vertraue dem Leben!

Das ist alles, was es braucht! Es ist alles schon da.

Alles, alles Liebe für dich und eine gute Reise!

 

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Als ich eine Burka trug: Oder: Im Schutze der Identitätslosigkeit

In meiner Freizeit mache ich mit ein paar Freunden Kleinkunst. Wir nennen uns “Inselpoeten” und treten in der Hochsaison ein Mal im Monat auf. Mein Part ist eigentlich StandUp-Comedy. Doch neulich schlüpfte ich in eine ganz andere Rolle, die mich zutiefst und nachhaltig beeindruckt hat….

Bei unserem letzten Auftritt standen wir bei einem Musikstück ausnahmsweise alle gemeinsam auf der Bühne. Es geht in diesem Lied mit dem Titel “Eins sein” um die verschiedenen Weltreligionen und überhaupt um Vielfalt und darum, dass wir im Grunde genommen alle eins sind. Unsere Künstler-Truppe besteht aus ingesamt sechs Personen und da Adi der Musiker in unserer Runde ist, durften wir restlichen fünf uns überlegen, wer welche Weltreligion repräsentiert. Mir war das relativ egal. Am Ende repräsentierte ich den Islam und trug zu diesem Zweck eine Burka. Ich hätte nicht gedacht, was diese Rolle mit mir machen würde…

Ich überlegte, wie ich mir ohne großen Aufwand eine Burka basteln könnte. Schnell fiel mir die Lösung ein: Ein schwarzes Halstuch, um das Gesicht zu bedecken und ein schwarzes großes Wollcape als Kopfbedeckung. Ich holte beides aus dem Schrank und begann, mich zu verkleiden. Dann nahm ich einen Handspiegel und betrachtete mich darin.

Was dann mit mir geschah, war so groß und so bedeutsam, dass es mich geradezu erschüttert hat!

Mir war, als hätte ich von einem Moment auf den anderen meine komplette Identität verloren. Da war kein “ich” mehr. Nur der schwarze Schleier und meine Augen. Sonst nichts. Melanie war verschwunden. Irgendwo, im Schutze dieses schwarzen Schleiers, hatte sie sich aufgelöst. Das war auf unangenehme Weise überwältigend. Auf der anderen Seite stellte ich parallel zu diesem Identitätsverlust fest, wie sehr ich mich auch beschützt fühlte. Diese totale Verschleierung gab mir Schutz, ich war nicht mehr angreifbar.

Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion zu den verschiedenen Religionen und über den Sinn und Zweck von Burkas führen. Es geht mir um etwas anderes. Denn:

In diesem Moment wurde mir so klar wie nie zuvor, was es heißt, eine Identität zu haben und sie zu zeigen!

Sich zu zeigen heißt, angreifbar zu sein. 
Je weniger sichtbar wir sind, desto unangreifbarer fühlen wir uns.
Denn da ist ja nichts, was angreifbar wäre.
Je mehr wir uns zeigen, desto mehr Menschen wird es geben, denen nicht gefällt, was sie sehen.
Je mehr wir unsere eigene Identität offenlegen, desto mehr Angriffsfläche bieten wir.
Genau das ist der Grund, warum so viele von uns Angst haben, sich so zu zeigen, wie sie sind!

Die Frage ist: Wie stark bist du, ist deine Identität, damit du potenzielle Angriffe in Form von Kritik aushalten kannst?

Dies ist für mich DIE Zentralfrage in Bezug auf Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung.
Wo bist du tatsächlich (noch) angreifbar?
Ist das wirklich (noch) relevant?
Wem räumst du das Recht ein, dich zu kritisieren und in dem, was du bist – in deiner Identität – anzugreifen?
Lies diesen Satz bitte noch einmal: Wem räumst DU das Recht ein?

Wir sind es, die den anderen das Recht einräumen, über uns zu urteilen. Niemand sonst.
Je mehr wir uns selbst das Recht einräumen, so zu sein, wie wir sind, desto weniger wird es uns tangieren, dass anderen vielleicht nicht gefällt, was sie sehen. Desto weniger sind wir angreifbar. Dann sind wir frei!

Ich selbst bin in den letzten 20 Jahren durch einen intensiven Selbstwerdungsprozess gegangen. Und gehe immer noch und halte es für sehr wahrscheinlich, dass ich bis zum Ende meiner Tage nicht aufhören werde, zu werden. Ich weiß, mit wie vielen Ängsten dieser Weg teilweise gepflastert ist und ich weiß auch, dass man diesen Weg nicht “mal eben so” geht.

Aber jeder Schritt bringt dich ein Stück weiter und ist es wert, gegangen zu werden.

Irgendwann wirst du feststellen, dass du immer mehr “Du selbst” geworden bist, dass du dich immer sicherer in dir selbst fühlst und damit auch immer mehr inneren Frieden spürst. Du wirst dir – vielleicht ganz plötzlich – deiner wahren Identität bewusst. Und spätestens dann brauchst du weder Schleier noch Masken.

Dann bist du frei.

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg zu dir mutig gehst und werden kannst, wer du bist!
Wenn du jemanden brauchst, der dich ein Stück auf diesem Weg begleitet: Hier bin ich!

Alles Liebe für dich!

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Wotan. Oder: Der Tag, an dem mir Gott begegnete

Dies ist die privateste Geschichte, die ich jemals veröffentlicht habe. Alles hat seine Zeit. Jetzt ist jetzt:
Im Nachhinein mutet es mehr als lächerlich an und es ist mir beinahe peinlich, die Vorgeschichte zu erzählen, aber sie gehört nun einmal unabdingbar dazu:

Mein damaliger Freund und ich hatten einen Hund. Einen Hund zu haben, war seit Kindheit an der Traum meines Freundes. Irgendwann beschloss er, dass er gerne noch einen zweiten Hund hätte. Ich war zwar dagegen, zur damaligen Zeit aber aufgrund verschiedener Umstände nicht in der Lage, meinem Unmut gegenüber einem zweiten Hund deutlich Ausdruck zu verleihen. Also kam noch ein zweiter Hund dazu. Ein kleiner Welpe namens Wotan.

Da war er nun. Und ich fiel in ein tiefes, dunkles Loch. Eine ganze Woche lang heulte ich den ganzen Tag und aß kaum etwas. Mein Freund verstand die Welt nicht mehr. Ich auch nicht. Erst einige Zeit später wurde mir bewusst, dass dieser zweite Hund mein eigenes kindliches Geschwistertrauma getriggert hatte. Aber dies ist ein anderes Thema. Jedenfalls war ich todunglücklich mit der Situation des zweiten Hundes in unserem Haus.

Alles, was mir in meiner Verzweiflung einfiel war, Gott um Hilfe zu bitten. Ich sprach also mit Gott und schlug ihm einen Deal vor, damit der zweite Hund so schnell wie möglich wieder zu seinem Erstbesitzer zurück käme. Im Gegenzug zu Gottes Hilfe wollte ich ein Gelübde ablegen. Zwei Monate lang wollte ich jeden Tag einen heiligen Ort aufsuchen und dort eine Kerze anzünden. Zwei Monate, jeden Tag – das ist viel, wenn man auch noch einen vollen Alltag hat!
Nachdem ich Gott also meinen Vorschlag unterbreitet hatte, fing dieser lauthals an zu lachen und sagte: „Melanie, mit mir kannst du nicht handeln. Wenn du ein Gelübde ablegst, dann machst du das deshalb, um DIR der Dringlichkeit der Erfüllung deines Wunsches bewusst zu werden.“

Wie bitte!? Ich meine, das hat er wirklich so gesagt und wer bis gerade noch dachte, meine Gespräche mit Gott entsprängen meiner Fantasie, dem sei gesagt: Zu solchen Gedankengängen wäre ich in der damaligen Situation nicht ansatzweise imstande gewesen!
Ich war verzweifelt! Zutiefst verzweifelt! Und bat Gott um Hilfe! Und was macht der!? Lacht mich aus und wirft mich auf mich selbst zurück!? Ja, super! Danke für das Gespräch!

Nun gut. Es WAR mir WIRKLICH wichtig und ich war willens, diese Wichtigkeit in Form meines Gelübdes auch zu unterstreichen. Irgendetwas MUSSTE ich schließlich tun, egal, wie absurd es auch war. Und so begann ich also, mein Gelübde einzulösen und suchte ab sofort jeden Tag einen heiligen Ort auf, um dort ein Licht anzuzünden.
Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass mein Freund schon ein paar Tage später zu der Einsicht kam, dass es für unseren Haussegen in der Tat besser wäre, den Hund wieder zurück zu bringen. Wotan wurde zurück gebracht.
Sollte Gott sich möglicher Weise doch auf diesen Deal mit mir eingelassen haben…?

Egal, ich hatte zu tun! Und zwar, jeden und jeden verdammten blöden Tag einen heiligen Ort aufsuchen, was in Anbetracht der Tatsache, dass Kirchen tatsächlich Öffnungszeiten haben, gar nicht so einfach war! Herrschaftszeiten, was fluchte ich in diesen ersten Tagen über die Kirchen und ihre seltsamen Öffnungszeiten, die weder zu meinen Mittagspausen noch zu meinen Feierabenden passten! Gleichzeitig kam ich mir ein bisschen vor wie ein Betrüger, weil ich schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten war und demzufolge gar keinen Eintritt mehr zahlte. Und dann auch noch Ansprüche stellen wollen, oder wie!? Irgendwann stellte ich glücklicher Weise fest, dass es heilige Orte gab, die tatsächlich Tag und Nacht geöffnet waren:
Die Kapellen von Krankenhäusern!

So ging ich fortan also verstärkt in Krankenhauskapellen. Zur Mittagszeit in die des Krankenhauses, in dem ich geboren wurde. Dieses lag ganz nah an meiner damaligen Arbeitsstelle. Wenn ich es in der Mittagspause nicht geschafftt hatte, fuhr ich nach Feierabend in ein Krankenhaus nahe unserer Wohnung. Am Anfang war es wirklich lästig. Jeden Tag diese Kirchennummer einbauen! Aber ob es mir nun passte oder nicht: Gelübde war Gelübde.

Irgendwann stellte ich fest, dass sich etwas verändert hatte. Ohne, dass ich es zunächst bewusst bemerkte, begann ich, mich auf meine täglichen fünf Minuten in Stille und Andacht und mit Gott zu freuen. Und verlängerte meine fünf Minuten freiwillig auf zehn bis fünfzehn Minuten. Diese Zeit an meinem heiligen Ort war für mich oftmals die einzige Gelegenheit des Tages, wirklich zu kontemplieren. Mit Legitimation. Denn: Gelübde ist Gelübde!

Aus einer anfänglich als lästige Pflicht empfundenen Aufgabe wurde zunehmend meine ganz private Luxusangelegenheit, ein tägliches Date, das ich genoss und das mir lieb und immer lieber wurde.

Eines Tages, es war gegen Ende des ersten Monats, fuhr ich in der Mittagspause in die Kapelle meines Geburtskrankenhauses. Die Kapelle war an ein Kloster angeschlossen, manchmal huschten Nonnen vorbei. Doch an diesem Tag war ich ganz allein.

Und während ich so auf meiner Kirchenbank saß und die Kontemplation genoss, da fuhr es auf einmal in mich.
Die totale Liebe!
Es ist schwierig, diese mit Worten zu beschreiben, weil sie so unendlich groß war, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte.
Mein kläglicher Versuch einer Beschreibung lautet immer: Stelle dir deinen schönsten Orgasmus vor, multipliziere ihn mit einer Million und spüre dieses Gefühl in deinem Herzen, von wo aus es all dein Sein durchströmt.
Als mich dieses Gefühl mit all seinem Licht durchfuhr, da war mir klar: Gott ist da!
Ich brach in Tränen aus und dachte, mich auf der Stelle aufzulösen, so erfüllt, durchströmt und überwältigt war ich von dieser unendlichen Liebe!

Und mir war klar: Diese Erfahrung – jetzt und hier – die mache ich nicht nur für mich. Gott will mir etwas sagen. Er will mir sagen, dass ich sagen soll, dass es ihn gibt….

Ich habe lange nicht gewusst, WIE ich diesem Auftrag Ausdruck verleihen soll.
Irgendwann begann ich sogar, diesen Auftrag verdrängen zu wollen.

Bis Gott mir wieder begegnete, und ich mich in einer unvermittelten Nahtoderfahrung entscheiden musste, ob ich für immer in das ewige Licht gehe oder ob ich noch bleibe. Ich habe mich für’s Bleiben entschieden, wie man unschwer erkennt. Und das hat einen Grund.

Ich habe nämlich noch einen Auftrag…. 😉

LOVE

unterschrift-melanie_thin_small

 

 

 

 

PS: Nach Ablauf der zwei Monate habe ich geweint. Und noch ein bisschen verlängert. Als Bonusmaterial, für mich 😉

Feel free! That’s what you are meant to be!

Ich komm’ gleich zum Punkt:

Wenn du frei sein willst, also wirklich frei, dann musst du dich für die Wahrheit entscheiden.
DEINE Wahrheit.
Freiheit ist nicht das Gegenteil davon, im Gefängnis einzusitzen.
Wirkliche Freiheit gibt es nur an einem einzigen Ort auf dieser Welt und der ist in deinem Herzen!
Das ist sehr viel weniger schwülstig, als es sich zunächst anhört.
Im Gegenteil. Ich glaube, dass wir Menschlein ganz viel sehr wirres und komisches Zeug veranstalten, um genau dahin zu gelangen: zu unserem eigenen Herzen.
Dabei ist der Weg dorthin an und für sich relativ einfach, braucht aber Entscheidungswille und die Bereitschaft, die entsprechenden Konsequenzen aus den Entscheidungen zu ziehen.

 

Nachfolgend ein paar Hinweise, was du auf dem Weg zur Freiheit bedenken musst und was dich letztlich erwartet:

 

Sorge für ein Minimum an maximaler Störungsfreiheit!

Um zu deinem Herzen zu gelangen, musst du natürlich erst mal wieder dein Herz – beziehungsweise dich selbst – überhaupt spüren können. Wie willst du sonst wissen, in welche Richtung es geht?
Du musst wieder in Kontakt kommen mit deiner inneren Stimme oder deinem „höheren Selbst“, wie es manche nennen.
Dafür wiederum musst du im Außen für entsprechende Störungsfreiheit sorgen.
Deine innere Stimme spricht zwar für gewöhnlich sehr deutlich, aber auch sehr sehr leise.

Störungsfreiheit heißt indes nicht nur, frei von Lärm.
Es bedeutet auch, dich von visuellen, mentalen und damit emotionalen Reizen und Einflüssen möglichst frei zu machen.
Klar, mit Job und Familie ist das nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen. Aber wann immer du so etwas wie „Freizeit“ hast, sorge dafür, dass du regelmäßige Momente der Stille und Störungsfreiheit hast.
Täglich zwei bis fünf Minuten ist schon ein guter Anfang. Echt. Du musst nicht davon träumen, irgendwann zwei Monate lang in einem Zen-Kloster zu verbringen, um endlich deine innere Stimme wieder deutlich hören zu können.
Im Gegenteil: Der Traum vom Zen-Kloster hält dich nur weiter davon ab, dir deine täglichen zwei bis fünf Minütchen zu gönnen.

Fang ganz klein an, dann wird es irgendwann von ganz alleine groß.

 

Der Weg zur Freiheit ist von ein paar essentiellen Fragen gesäumt

Und wenn es dann endlich soweit ist, dass du deine innere Stimme wieder hören kannst, dann kannst du dir auch die wirklich wichtigen Fragen auf dem Weg in die Freiheit stellen:

 

Bist du glücklich so, wie du lebst?
Lebst du nach deinen EIGENEN Prinzipien?
Oder bist du vielleicht einer fixen Idee von radikaler Selbstverwirklichung auferlegen, der du wie der Esel hinter der Möhre hinterher hechtest? Stichwort: Zen-Kloster. Also nichts gegen Zen-Klöster, ich will auch unbedingt mal irgendwann in ein Kloster. Nicht Zen, aber mal eine Woche lang auf Schweige-Exerzitien, das ist schon lange ein Traum von mir. Ich weiß aber mittlerweile auch, dass das Ergebnis, welches ich mir von einer solchen Woche verspreche, auch mithilfe der zwei bis fünf Minütchen täglich möglich ist. Doof, ne!?
Zurück zur radikalen Selbstverwirklichungsidee: Überlege gut! In Zeiten wie diesen sind die Angebote, das Alte zu verlassen und andere, neue Wege einzuschlagen, groß, unüberschaubar und teilweise auch gefährlich. Denn es gibt nicht wenige auf dem Markt der Selbstverwirklichungs-Meister, die sich als Guru aufspielen und dich ganz subtil in Abhängigkeit von ihnen halten. Weil sie dir immer wieder suggerieren, dass du ja noch nicht so perfekt bist, wie du sein könntest.
Dabei bist du der einzige Mensch im gesamten Universum, der überhaupt imstande ist zu sagen, wann du gut genug bist.
Frag’ deine innere Stimme. Sie weiß es.

 

Hast du dir die Gaben, mit denen du auf diese Welt kamst, zur Aufgabe gemacht?
Es geht gerade ganz schön rund im Karton. Kaum einer in meiner Altersklasse, der sein bisheriges berufliches Dasein nicht kritisch überdenken würde. Ich selbst hatte ja das große Glück, im Alter von 30 Jahren vom Schicksal einen ordentlichen Hintertritt bekommen zu haben. Burnout. Mit 30. Auweia. Und Gott sei Dank! Heute kann ich das so sehen.
Wäre ich damals nicht vollends abgek…. äh, sorry, zusammen gebrochen, hätte ich die Kurve in dieser Form wohl nicht bekommen.
Insofern: War im Nachhinein ok, hätte aber auch anders verlaufen können. Nämlich dann, wenn ich meiner inneren Stimme zugehört und ihr gefolgt wäre. Die hatte nämlich bereits vier Jahre VOR meinem Zusammenbruch angefangen, mir deutliche Hinweise darauf zu geben, dass ich eigentlich etwas ganz anderes machen will. Wer nicht hören will, muss fühlen. Das hab’ ich. Und viele andere auch.
Was mir damals gefehlt hat, um “freiwillig” die Entscheidung zu treffen, in MEINE Richtung zu gehen, war einerseits mangelnder Mut und andererseits mangelnde Bereitschaft, meine Komfortzone zu verlassen. Bis meine Komfortzone dann mich verlassen hat und der Mut der Verzweiflung gefragt war.
Wie gesagt: War im Nachhinein ok, hätte aber auch anders verlaufen können. Nämlich dann, wenn ich meiner inneren Stimme zugehört und ihr gefolgt wäre. Ich wiederhole mich schon wieder, ich weiß. Aber steter Tropfen….du weißt schon.

 

Mit wem fühlst du dich wirklich wohl?
Wer von den Menschen in deinem frei gewählten Umfeld ist wirklich ehrlich mit dir? Aus Liebe ehrlich.
Und mit wem bist du wirklich ehrlich? Aus Liebe ehrlich.
Wer inspiriert dich? Mit wem fühlst du dich wirklich frei, weil du in der Gegenwart dieses Menschen ganz und gar DU sein kannst?
Gibt es vielleicht jemanden, der ganz subtil versucht, dich zu manipulieren? Vielleicht denkst du (weil die Gurus es so sagen), dass du mit diesem Menschen ja noch viel über dich selbst lernen und in deiner Persönlichkeit wachsen kannst. Weil er dir „die Knöpfe drückt“.

Diesen Aspekt kann du genau dann als verstanden für dich verbuchen, wenn dir überhaupt auffällt, dass dieser Mensch dich subtil manipuliert. Dann nämlich kannst du die zwangsläufige Konsequenz daraus ziehen und diesen Menschen aus deinem Leben verabschieden. Ob das wirklich gut für dich ist und ob du das darfst?
Frag’ deine innere Stimme. Sie weiß es.

Auf der anderen Seite bist du natürlich ebenso gefragt, dich selbst zu hinterfragen, wen DU für welche deiner Zwecke subtil manipulierst.
Unangenehm, nicht wahr? Aber wenn du wirklich frei werden willst, dann gehört auch das dazu.
Denn wenn du frei bist, wirst du niemanden mehr brauchen, den du manipulieren musst.
Weil du selbst dir jeden Lebenszweck erfüllst.
Weil du dich selbst liebst, und zwar genug.

 

Love is a fucking tricky thing!

Das ist nämlich der kleine und alles entscheidende Trick bei der Liebe: Sie kommt niemals von außen zu uns, sondern entspringt immer aus uns selbst. Echt. Du kannst dich nicht geliebt fühlen, wenn du in dir selbst nicht per se Liebe hast.
Du weißt das. Frag’ deine innere Stimme.

Und keine Sorge! Ein liebender Mensch zu sein heißt nicht, dass du jeden Deppen in deiner Umwelt tolerieren oder gar lieb haben musst.
Wenn du wirklich ein liebender Mensch sein willst, dann fängst du mit der Liebe zu allererst bei DIR SELBST an!
Wenn deine Selbstliebste so richtig groß ist, dann wirst du vielleicht irgendwann, eines fernen Tages, sogar in der Lage sein, die Deppen lieb zu haben. Und wenn es soweit ist, wirst du sicher ganz bald auch über Wasser laufen können.
Aber bis dahin hast du genug mit deiner Selbstliebe zu tun.

Sie ist letztlich der Boden, die Luft und das Licht in dem Land der Freiheit, nach dem du dich so sehnst.
Wenn du dich selbst liebst, bist du frei von anderen und fühlst dich trotzdem geliebt.
Dann bist du frei davon, andere zu manipulieren und selbst manipuliert zu werden.
Dann muss dir niemand mehr beweisen, dass du liebenswert bist.
Dann wirst du aus dir selbst heraus lieben und  Liebe von außen erst wirklich empfangen können.
Dann brauchst du auch keinen Guru mehr, der dir sagt, dass er es besser weiß als du.

Weil du es selber weißt.
Weil du deine innere Stimme wieder hörst.

Unsere innere Stimme sagt uns übrigens selten etwas Neues. Daran erkennst du sie.
Das, was sie dir sagt, wird dir sehr bekannt vorkommen.
Weil du es schon immer gewusst hast.
Tief in deinem Herzen.

Feel free! That’s what you are meant to be!

Von Herzen

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