Macht!? Nichts! Oder: Was die Wahlen in Amerika mit dir und mir zu tun haben

Heute wird in Amerika gewählt. Schon lange umtreibt mich die Frage: Was haben diese Wahlen mit uns – mit dir und mir – zu tun? Eines der Prinzipien aus dem Kyablion nach Hermes Trismegistos lautet „Wie oben, so unten“. Wo ist zu dem, was „da oben“ in Amerika, der Weltmacht, geschieht, die Analogie zu meinem kleinen Leben und zu deinem kleinen Leben? Ganz einfach: Es geht um Macht!

Seit dem Ausscheiden Bernie Sanders kann ich diese Wahlen nicht mehr ernst nehmen. Der Dirty Dancing Auftritt, den sich Clinton und Trump neulich lieferten, war an Häme und Respektlosigkeit gegenüber allen Menschen auf diesem Planeten, die unverschuldet im Krieg sind oder deren Kinder an Hunger sterben oder die in grenzenloser Armut leben, nicht zu überbieten! Spätestens jetzt hätte jeder wissen können, worum es in Amerika wirklich geht: Entertainment! Wobei ich zugebe, dass ich Politik beziehungsweise das, was in den Medien darüber berichtet wird, schon lange nicht mehr ernst nehmen kann. Ich habe unter anderem Politische Wissenschaften an der RWTH Aachen studiert und muss sagen: Je älter ich werde, desto mehr weiß ich das, was unsere Dozenten uns seinerzeit gelehrt haben, zu schätzen! Denn sie haben uns vor allem dies gelehrt: Maximal kritisch zu sein, eine Meinung zu haben und Stellung zu beziehen.

Zurück zur Weltmacht, zurück zu dir und mir: Worum geht’s?

Die Welt hält den Atem an, weil sie befürchtet, Trump könne die Wahlen gewinnen und die ganze Welt ins Unglück stürzen. 
Dabei war Clinton nie eine Alternative, sie war höchstenfalls das als geringer eingeschätzte Übel.

Mit Verlaub: Und in solche Hände sind wir bereit, uns, unser Schicksal und das unserer Kinder und die Zukunft dieses Planeten hineinzugeben? Einfach so? Ungefragt? Weil es halt so ist?  Was will man schon groß machen? Muss man so hinnehmen.

Muss man? Echt?

Ich möchte keinesfalls zu Anarchie aufrufen. Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sich ihre Mitglieder an die entsprechenden Normen und Regeln halten. Die Frage ist nur: Von welcher Qualität sind diese Normen und Regeln und wer schreibt sie tatsächlich vor? Wo sind sie infrage zu stellen? Wo dringend zu modifizieren?

Um bei „Wie oben, so unten“ zu bleiben:

Wo und wem unterwirfst du dich noch, weil du meinst, es gäbe keine Alternative?
Wo nimmt du einfach Gegebenheiten hin, obwohl dir viel mehr danach ist, nicht mehr hinzunehmen?
Unter welche Autoritäten stellst du dich? Du als erwachsener, mündiger Mensch?
An wen gibst du deine eigene Macht ab?
Hast du dich schon selbstermächtigt?
Und die volle Verantwortung für dein Leben übernommen?
Hast du dein Zepter in der Hand?
Nein? Warum nicht!?

Weltmacht? 

Ich will hier keinen Diskurs zum Thema „Haben wir überhaupt einen freien Willen, ja oder nein!?“ führen. Eine zu intensive psychologisch-philosophische Auseinandersetzung damit lenkt nur ab von der Tatsache, dass wir – jeder einzelne von uns – sehr wohl einen sehr großen Einfluss auf die vielen kleinen Stellschrauben haben, die die Richtung unseres Lebens beeinflussen.

Manchmal denke ich, vielleicht wäre es sogar gut, Trump würde diese Wahl gewinnen. Vielleicht würde die Welt dann aufwachen, vielleicht würde sie ihr bisheriges Hinnehmen und Hingeben infrage stellen, vielleicht würde sie sich vielmehr bewusst, worum es wirklich geht, in diesem kurzen Leben, das wir für eine winzig kleine Zeitspanne hier gemeinsam verbringen: Dass wir diesen Planeten ehren und alles, was in unserer Macht steht, dafür tun, dass er erhalten bleibt! Und dass wir diese Tatsache, dass wir gerade zufällig alle gemeinsam hier sind, feiern und als großartige Gelegenheit und Chance betrachten! Dass wir dafür Sorge tragen, dass es allen, die gerade auch hier sind, gut geht. Dass wir – anstatt Unsummen in die Simulation des Urknalls zu investieren, alles dafür tun, dass kein Kind auf dieser Welt in den Armen seiner Mutter den Hungertod sterben muss!
Dass wir uns selbst als Gestalter unserer Welt so wichtig nehmen, wie wir tatsächlich sind und unser Ego nicht mehr mit Pseudomacht füllen müssen und damit unsere Macht in den Dienst des Gemeinwohls stellen!

Das ist eine Welt, wie ich sie mir wünsche. Und ich tue jeden Tag etwas dafür, dass sich dieser Wunsch realisiert. Kleinigkeiten sind es. Aber ich mache sie. Weil ich mir die Macht dazu erteilt habe!

Uns allen einen wachen und selbstmächtigen Tag!

Alles Liebe! 

unterschrift-melanie_thin_small

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6 Comments

  1. Liebe Melanie,
    ich bin gerade via facebook auf diesen Artikel aufmerksam geworden. Und ich bin sehr dankbar, ihn gefunden zu haben. Was du schreibst, entspricht sehr meiner eigenen Sicht der Dinge, umso mehr, da nun alle in Panik ausgebrochen sind nach dem überraschenden Ergebnis der Wahlen. Ich war recht perplex angesichts der Hysterie, die plötzlich ausgebrochen ist.
    Ja, diese Sache hält uns, hält jedem einen Spiegel vor. Und jeder sieht darin nur das, was er selbst in sich trägt. Trump wird diese Welt nicht ins Unglück stürzen, das geschieht auch ohne ihn schon seit Jahr und Tag – oder eben nicht, je nach Perspektive. 😉
    Alles Liebe, Claudia

    • Herzlichen Dank für deine Rückmeldung, liebe Claudia! Was mich am meisten entsetzt hat, war das allgemeine Entsetzen (bei 2 Kandidaten gab es nun mal stets eine 50:50-Chance) und dass alle so tun, als hätten wir bis vorgestern in einer heilen Welt gelebt. Ich sehe und spüre eine große Chance für einen wirklichen Wandel. Und ich freue mich über jeden, der meine Ansicht teilt! Alles Liebe für dich – Melanie 🙂

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