Lob und Anerkennung. Oder: Deine eigene Größe erkennen

Solange du noch irgend jemandem gefallen möchtest, hast du deine eigene Größe noch nicht erkannt.
 
Ich muss sagen, dass ich persönlich mit Lob und Anerkennung sehr dosiert verfahre, und zwar in beiden Richtungen.
 
Es gibt Menschen, die sind nahezu süchtig nach Anerkennung. Diese Menschen erkennt man unter anderem daran, dass sie selbst in übersteigertem Maße zu Superlativen greifen, wenn es darum geht, andere zu loben.
Du bist der/die Tollste / Schönste / Besonderste / Charismatischste, die Welt braucht DICH, du bist so unglaublich intelligent, so kreativ, so whatever. 
 
Dabei werden all dies Superlative möglichst laut und mit Großbuchstaben zum Ausdruck gebracht, nicht nur schriftlich sondern auch verbal. Und penetrant.
 
Je mehr jemand dir gegenüber solch übersteigerte Anerkennung zum Ausdruck bringt, desto bedürftiger ist er selbst.
Desto weniger geht es dabei übrigens um dich. Autsch! Es geht um den anderen, der einen heimlichen Deal mit dir ausgemacht hat, indem er deine Bedürftigkeit nach Anerkennung so anfüttert, dass du auf den Geschmack kommst und weiter danach gierst. Und ihm vielleicht irgendwann zurückmeldest, dass er der tollste Lober der Welt ist.
Hauptsache Anerkennung!

Was oberflächlich wie eine Win-Win-Situation aussieht, ist in Wirklichkeit eine Loose-Loose.
 

Selbstverständlich gibt es auch eine „gesunde“ Form von Anerkennung. Da diese jedoch aufrichtig und ehrlich ist und aus dem Herzen heraus und ohne den Anspruch auf Gegenleistung erfolgt, ist sie derart kraftvoll und stark, dass sie kaum noch irgendwelcher großer Worte, und schon gar keiner Superlative bedarf.

Ich wünsche dir von Herzen Menschen, die dich wirklich erkennen.

Und am allermeisten wünsche ich dir, dass du dich selbst in all deiner Größe erkennst! Wenn du hierbei Unterstützung brauchst, dann melde dich bei mir und schreibe mir an fuerdich@melanie-kaltenbach.de

Ich erinnere dich an dich. 

Alles Liebe!

Melanie
Posted in Allgemein.

4 Comments

  1. Wow! „Du bist der/die Tollste / Schönste / Besonderste / Charismatischste, die Welt braucht DICH, du bist so unglaublich intelligent, so kreativ, so whatever. “ habe ich mehrmals bei narzisstischen und Borderline-Persönlichkeiten in meinem Klienten-Umfeld erlebt. Heute lieben sie dich und stellen dich aufs Podest. Morgen wollen sie dich vernichten, wenn du so richtig mit ihnen an ihren Themen arbeiten möchtest. denn dafür wäre Selbstreflektion und -regulation die Grundlagen, die leider nicht vorhanden sind. Für mich das klare Indiz dafür, den Coaching-Auftrag abzulehnen. Ist auch nur bedingt therapierbar.
    Danke Melanie, dass du darüber schreibst und daran erinnerst.

  2. Hallo, liwbe Melanie, ich möchte dazu ergänzen, da gibt es den Unterschied, Lob, lobhudelei, Schmeichelei zu ehrlicher Anerkennung. Lob kann wie du sagst sehr manipulativ wirken . echte Anerkennung bezieht sich auf Ereignisse, z.b. ich anerkenne, dass du mir gegenüber aufmerksam warst. Oder schön, dass du mich in der Situation einbezogen hast. Mit konkreten Sachen kann ich was anfangen. Da komme ich weiter, da wird mir was bewusst. Wenn du dann noch wahrnimmst, dass dein gegenüber aus dem Herzen strahlt, dann hast du was bewirkt und wohl getan. Dies bin ich immer wieder am üben und beobachten. Auch den anderen wert schätzen!!!! Liebe gruesse Carla

    • Hallo, liebe Carla! Ja, so eine Art „stille“ Anerkennung, dass man einfach weiß, der andere hat „es“ erkannt, das finde ich durch und durch positiv. Sobald dann aber eine Bewertung reinkommt, fängt es an, kritisch zu werden. Die Grenze ist sicherlich fließend, aber ich spreche hier von einem ganz besonderen Typ Mensch, den ich schon öfter beobachtet und entsprechen studiert habe. Ganz viele liebe Grüße nach nebenan! Melanie

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