Alle im Dienst?

Letzte Woche war ich zwei Tage auf Teneriffa. Neuen Pass beantragen, shoppen, Mann vom Flughafen abholen. Morgens um 7.00 Uhr, als die Welt noch in Ordnung war, erlangte ich eine wichtige Erkenntnis….

Mein Mann kam Donnerstag um kurz vor 09.00 Uhr mit dem Flieger aus Madrid, so dass ich entsprechend früh aufbrach. Um 07.15 Uhr stand ich im Touristenparadies Puerto de la Cruz mutterseelenallein an einer Bushaltestelle und wartete auf den Bus zum Flughafen. Es war stockdunkel.
Der Bus kam pünktlich, es saßen ein paar wenige Leute darin und der Busfahrer begrüßte mich mürrisch
Ich setzte mich auf meinen Platz, der Bus fuhr los.

Ich dachte über den mürrischen Busfahrer nach, darüber, dass er an diesem Tag – es war ein Feiertag – früh aufgestanden war, um nun seinen Dienst zu verrichten um uns, die Fahrgäste, zu unseren Zielorten zu bringen. Ich dachte darüber nach, ob er wohl lieber im Bett geblieben wäre, ob er wohl Familie hat, mit Kindern, die heute schulfrei haben, während Papa arbeitet, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. Ich war gerührt und empfand so etwas wie Dankbarkeit.

Ich erinnerte mich an den Rezeptionisten, bei dem ich kurz zuvor ausgecheckt hatte und an die Menschen, die morgens um 7.00 Uhr bereits im Frühstücksrestaurant waren, um alles für die Gäste her zu richten.

Mir fiel auch wieder die Sekretärin des Honorarkonsuls ein, die mir vor zwei Tagen noch ihr Leid geklagt hatte, weil sie immer mehr das Gefühl hat, dass niemand die wertvolle Arbeit schätzt, die sie für die ganzen Deutschen im Ausland leistet.

Mir wurde bewusst, wie sehr wir alle einander dienen. Einerseits, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Andererseits,  damit wir alle es gut haben und unser Leben als Gesellschaft funktioniert. Die Putzfrauen des Hotels, der Lifeguard am Pool, die Angestellten der Restaurants, die Kassierer im Supermarkt, die Verkäuferinnen in den Boutiquen, die Taxifahrer, die Busfahrer, die Piloten, die Stewardessen, die Menschen im Tower, die ganzen Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten, die Ärzte und ihre Helfer…. wir sind so sicher eingebettet in ein Netz verschiedenster Dienstleistungen, die unser Leben nicht nur ermöglichen, sondern auch angenehm machen.

Wie sehr würde sich unsere Welt verändern, wenn wir uns dessen mehr bewusst wären? Wenn wir uns mehr bewusst wären, wie sehr wir selber einen Dienst leisten und wie sehr alle anderen ebenfalls ihren Dienst für uns leisten?
Wie sähe unsere Gesellschaft aus, wenn wir uns selbst und alle anderen als Dienstleister würdigen würden?
Anstatt immer nur zu sehen, was nicht funktioniert, was schlecht ist, was anders ist, als wir?

Ich bin kein Busfahrer, kein Taxifahrer, kein Pilot, kein Arzt, keine Rezetionistin und auch kein Lifeguard an einem Pool.

Ich bin ich. Und leiste meinen Dienst.
Du bist du. Und leistest deinen Dienst.
Die anderen sind die anderen. Und leisten ebenfalls ihren Dienst.

Und das ist gut so. Richtig, richtig gut so! Und wenn wir lernen, unsere eigene Vielfalt und die aller anderen endlich entsprechend zu würdigen, dann wird es viellicht sogar noch ein bisschen besser in dieser Welt, in der so vieles gerade wirklich besser werden muss!

Alles Liebe für dich!

Melanie

PS: Wie immer freue ich mich über einen Kommentar, wenn dir dieser Beitrag gefallen hat!

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2 Comments

  1. Ja, da stimme ich dir zu, Melanie. Es fällt uns Sensibleren auch leichter, die Menschen unserer Umgebung mit ihren Energien wahrzunehmen und ihre Situationen zu spüren. Für andere ist es oft erst ein bewusst herbeigeführtes Gewahr werden , welches Sie mitunter anstrengt aber welches sich lohnen würde, für ein empathisches Miteinander❤️

    • Ja, liebe Sylvia, für ein emphatisches Miteinander wäre das so, so lohnenswert! Vielen Dank für deinen Kommentar und alles Liebe für dich! Melanie

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